Einfacher (echter) Schokoladenpudding

Kleine Schleckermäuler lieben Süßes und Schokoladenpudding findet sich meist weit oben in der en Hitliste. Allerdings, der Industriepudding wird aus billigen Zutaten zusammengerührt und operiert selbst bei Markenprodukten am Mindestlimit der Qualität und des Geschmacks. Pulverpudding ist dagegen Blödsinn, denn schlussendlich kann jeder die paar Pülverchen selber zusammenmischen, was nur ein paar Sekunden mehr Arbeit braucht – und am Ende sogar ohne Zusatzstoffe auskommt. Was aber wirklich eine tolle Sache und sehr unkompliziert ist, ist echter Schokoladenpudding. Das bedeutet: Keine Zugabe von Kakaopulver!

Einfacher Schokoladenpudding

Die Zutaten: 500ml Milch, 1 Esslöffel Mehl, 2 Esslöffel Zucker, 50 Gramm Butter und 200 Gramm Schokolade (mit mindestens 72% Kakaoanteil)

Das sind die Zutaten für das Grundrezept, das schon verdammt lecker ist. #leckerschokopudding

Die Milch kommt in einen Topf, dann wird das Mehl und der Zucker hinzugefügt. Anstatt Mehl kann auch Stärke benutzt werden, falls jemand ein Problem mit Gluten hat.

Alles mit einem Schneebesen solange gut verrühren, bis sich alles aufgelöst hat. Die Herdplatte auf hohe Stufe schalten. Die Butter hinzugeben.

Während die Milch langsam heiß wird und die Butter schmilzt, die Schokolade in grobe Stücke zerkleinern und dann ebenfalls in die Milch geben. Jetzt immer schön weiterrühren. Butter und Schokolade schmilzen dahin und alles verbindet sich miteinander.

Einmal kurz aufkochen lassen, von der Platte nehmen und in passende, hitzebeständige Behälter füllen. Der Pudding ist zwar auch heiß lecker, aber wer ihn fest mag, packt ihn für mindestens vier Stunden in den Kühlschrank.

Der Pudding bildet an der Oberfläche übrigens eine sogenannte Haut. Wer die vermeiden möchte, packt einfach etwas Frischhaltefolie direkt auf den Pudding. Das verhindert die Hautbildung.

Das Rezept ist sehr simpel und schnell gekocht. Auch Abwandlungen sind leicht umzusetzen. Dank der Schokolade (anstatt Kakao) hat der Schokoladenpudding auch eine schöne Konsistenz und eine feinen Geschmack. Das liegt unter anderem daran, dass Schokolade ab 72% Kakaoanteil nicht nur teurer ist, sondern auch den besseren Kakao enthält.

Variante: Für mehr Aroma kann man das Mark einer Vanilleschote zufügen, ein paar Löffel Amaretto oder etwas Orangenlikör. Ich bevorzuge derzeit entweder Schokolade pur oder die Schweizer Edel Orange Noir von EDEKA (72% Kakao und 6,1% kandierte Orangenschale) – ist ein tolles Aroma, spart mir Arbeit und ist UTZ-zertifiziert. Wer mag kann einen Teil der Milch mit Sahne ersetzen. Sehr fluffig wird der Pudding, wenn er nach dem Kochen kurz abkühlt und dann geschlagenes Eiweiß untergehoben wird (1 bis 2 Eiweiß reichen).

Danke, Deutschland!

Es ist nicht alles Gold was glänzt. Es gibt fünfzig Schattierungen von grau. Erst den Kopf einschalten, dann vielleicht den Mund. Skepsis, Kritik, Widerspruch – alles angebracht. Sich aufregen! Sich abregen…

Aber auch mal die schönen Seiten sehen. Das, was wir als Selbstverständlich wahrnehmen, nicht als selbstverständlich zu sehen. An die Menschen zu denken, die dafür arbeiten, die dafür einstehen, die dafür etwas riskieren, die für unsere Selbstverständlichkeiten wie selbstverständlich da sind.

Bei dem Hashtag #DankeDeutschland schlägt mir auf Twitter weitgehend eine Welle des Hasses und der Enttäuschung entgegen. Auf Instagram sind es meist schöne, polierte, dankbare Bilder.  Ich beanspruche den Hashtag jetzt einfach mal für mich. Verbinde ihn mit positiven Dingen, mit Sachen die Spaß machen, guten Menschen, tollen Ideen, grandiosen Möglichkeiten und einfach für Dinge die rund laufen. Deswegen habe ich noch immer Probleme, Sorgen und nachdenkliche Momente, aber wer nur in der Dunkelheit herumläuft, der sieht auch nur schwarz. Also knipse ich meine Fackel an! Hau einfach mal raus, was mir dahingehend durch den Kopf geht.

Zum Beispiel heute Morgen beim Frühstück: Frische Brötchen, Eier, eine Tasse heißer Kaffee aus meiner Senseo, dazu ein Schuss Karamelsirup. #DankeDeutschland

Bild von Pixabay. Schöne Idee, werde ich aufnehmen.

Die schöne Möhre Tunicht Gut

Die schöne Möhre Tunicht Gut

Ein verstörendes Reimlein mit Gemüse (einem)

Die schöne Möhre Tunicht Gut,
tat was Möhren eben tun.

Mit krausem Grün gen blauem Himmel,
und lock’rer Wurzel auf dem Boden,
stürzt sie sich ins bunt‘ Gewimmel,
hat großen Spaß, ganz ungelogen!

Doch läuft der Mörder Schnipp Schnapp rum,
und ist dabei so gar nicht dumm.

In Verkleidung einer Gurke lang,
um die Polente zu verwirren,
ist ihm weder Angst noch Bang,
Was sollt‘ denn schon passieren?

Da sieht der Schnapp die Möhre geh’n,
und hat flugs seinen Schnipp da steh’n.

Es ist wohl Liebe auf den ersten Blick,
ein warm‘ Gefühl, das sich ausbreitet,
sehnt‘ er sich heiß nach diesem Fick,
Das die Möhre auf ihm reitet.

Also spricht der Schnapp die Möhre an,
und empfiehlt sich ihr als starker Mann.

Das macht die Tunicht zügig schwach,
sehr zu Schnapps ganz große Freude,
denn so läge sie bald  flach,
es wär ’ne ziemlich geile Beute.

Und beide suchen sich ein stilles Eck,
um dort zu sein so ziemlich nett.

Nach der Tat denkt sich der Schnapp,
von Beruf halt Mörder aus Passion,
wie bekomme ich diese Gut ins Grab?
ach, das ergibt sich schon.

Doch da spürt der Schnapp im Herz den Stich,
denn einer schönen Möhre traut man nicht.

Die Tunicht Gut hat’s Messer gezogen,
und in den Schnapp tief reingestochen,
ihn um die Mörder Tat ganz fies betrogen,
und er hat es nicht gerochen.

Da liegt der Mörder tot im Blut,
und die Tunicht fühlt sich richtig gut.

Mit einem Liedchen auf den Lippen,
die Straße führt nach Hause runter,
lässt sie ihre Hüften wippen,
und ist dabei so ziemlich munter.

Die schöne  Möhre Tunicht Gut,
die liebend gerne meuchelt,
tat was Möhren eben tun,
und sei ’s auch nur geheuchelt.

Copyright (c) 2014 by Günther Lietz, all rights reserved

Alles neu

Hey, alles glänzt, so schön neu

Peter Fox, Alles Neu vom Album Stadtaffe

Nach einer ziemlichen langen Durststrecke durch die Wüste der Einfallslosigkeit, auf dem treuen Kamel Kopfleer und in Begleitung des edlen Wüstenfalken Blindflug, habe ich die Oase Vorgeschobener Grund erreicht.

Die Datenbank wurde aktualisiert, der Blog bekam ein neues Design und nun scheint es schöner und leichter zu sein, fliegende Gedanken einzufangen und im Internet der Allgemeinheit vorzuführen. Gedanken fernab meiner anderen Beschäftigungen, die sich vor allem auf meinem Rollenspielblog Taysals Abenteuerland wiederfinden. Gedanken zur Zeit, zur Kunst und zu Personen und Persönlichkeiten.

Ob sich was wie und wo und wann auf diesem Blog einfindet, das wird die unwägbare Zukunft erweisen. Die Bemühungen und Absichten zeichnen sich ab, aber so vergänglich wie ein Himbeereis in der Sonne, inmitten einer Meute hungriger Kinder, mitten im Sommer, bei dreißig Grad im Schatten – und es gab kein Mittagessen …

Wir lesen uns

miree Limone-Thymian – alles (Frisch)käse?

Eine kleine und handliche Packung ist es, die da im Kühlregal steht und mit den Worten „Neu – nur für kurze Zeit“ um Aufmerksamkeit bettelt. Die Plastikverpackung sieht ansprechend aus, also rein damit in den Einkaufskorb.

Das Öffnen funktioniert problemlos. Den Plastikdeckel entfernen und die Folie an der Lasche nach links wegziehen. Mit fettfreien Fingern kein Problem. Die Frischkäsezubereitung sieht fluffig und cremig aus. Kein Wunder, sie ist ja auch mit Stickstoff aufgeschlagen.

Dem Auge gefällt was es sieht. Ein heller Käse mit einem leicht grünlichem Strich und vielen grünen Punkten. Das sieht nach frischen Kräutern aus. es duftet auch sehr lecker – frisch nach Limetten und Thymian. Auch der Geschmack hält, was Verpackungsfoto, Aussehen und Geruch versprechen. Die Frischkäsezubereitung hat eine angenehme Säure und der Thymian sorgt für ein passendes, fein balanciertes Kräutererlebnis.

Der Geschmack ist sehr ansprechend und ich kann mir die Frischkäsezubereitung auch sehr gut als Kochzutat vorstellen. Auf der Seite des Herstellers gibt es ein Rezept für Wraps. Zugegeben, es ist ziemlich anspruchslos, aber vor allem an heißen Sommertagen ist die kühle Frischkäsezubereitung erfrischend.

Die Zutaten sind angenehm überschaubar. „miree Limone-Thymian“ ist kein reiner Chemiecocktail, sondern bietet auch genug Natürlichkeit. Zugegeben, Zucker, Brantweinessig, Verdickungsmittel Johannisbrotkernmehl, Guarkernmehl und Stickstoff sind nicht so toll, ebensowenig wie die Plastikverpackung. Aber im Vergleich zu anderen Produkten dieser Art, ist die Frischkäsezubereitung beinahe schon natürlich zu nennen.

Die Energiebilanz ist ebenfalls in Ordnung. Durch die Fluffigkeit ist die Versuchung groß das Brot oder Brötchen etwas dicker zu bestreichen. Ich würde zwei bis drei Brote oder Brötchen auf die Packung rechnen. Bei angepeilten ~250 kcal/~11g Fett/~2,5 KHE/6g Eiweiß wird es auf eine Scheibe Brot oder ein Brötchen hinauslaufen, was für ein Basisfrühstück in Ordnung ist. Etwas grünen Salat, eine kleine Tomate und heißen Manana-Tee („Meßmer Asiatischer Manana – Ginkgo-Citronengras“, von Meßmer), so kann der Tag beginnen.

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miree Limone-Thymian

Nur für kurze Zeit – von April bis September
e135g
Zutaten: Frischkäse, 5 % Zubereitung Limone / Limette (18 % Limettensaft, Zucker, Salz, Gewürze, Limettenextrakt, Branntweinessig), Thymian, Verdickungsmittel Johannisbrotkernmehl und Guarkernmehl, Stickstoff zum Aufschlagen.

Nährwerte per 100 g im Mittel:
Energie: 1052 kJ / 255 kcal
Eiweiß: 5,5 g
Kohlenhydrate: 4 g
Fett: 24 g

http://www.miree.de/528.php (Produkt)
http://www.miree.de/534.php (Rezeptidee)

Sommerliche Rezensionen und Besprechungen

Da habe ich meinen kleinen Blog doch übel vernachlässigt, was ich ehrlich bedauere. Das muss sich unbedingt wieder ändern und ich gelobe Verbesserung. Den Anfang mache ich mit einem längst überfälligen Update zu meinen Rezensionen.

Bei den herkömmlichen Spielen lief es die letzten Monate etwas mau. Irgendwie sind die Rollenspiele in den Fokus gerückt, obwohl es spielemäßig einige echte Knaller gab. Die Schlachten von Westeros finde ich ziemlich gut, obwohl die Qualität der Figuren zu wünschen übrig lässt. Was ich oft und gerne gespielt habe, ist übrigens Nightfall, ein richtig tolles Deckbau-Kartenspiel. Kann ich nur empfehlen!

Gleiches gilt für Korsaren der Karibik, das ich sehr gerne mag. Allerdings braucht das Spiel seine Zeit. Einige Stunden sollten schon eingeplant werden. Das Gilt auch für Villen des Wahnsinns, das einen doch recht zwiespältigen Eindruck hinterließ. Meine Rezi erklärt, warum genau.

Bei den Büchern war ich etwas fleißiger. Erst einmal fange ich da mit Savage Worlds: Gentlemen’s Edition – Revised an, dem neuen Grundregelwerk zu Savage Worlds. Da bin ich ziemlich aktiv. Unter anderem habe ich den ersten Platz beim Abenteuerwettbewerb gewonnen (irgendwann soll die ersten Plätze auch gedruckt werden), habe Schiffspläne für das kommende Sundered Skies Kompendium erstellt und ein bin für eine geplante Sundered Skies Abenteuer Anthologie der Hauptautor. Hoffentlich wird das Teil so gut, wie ich mir das vorstelle.

Für Savage Worlds habe ich dann auch noch das Fantasy-Kompendium besprochen. Ist zwar auch gut, aber das Buch ist leider etwas veraltet. Gilt auch für das Hellfrost – Spielerhandbuch, das zudem auch noch schrecklich lektoriert ist. Angenehmer ist da sicherlich KAGwarts – Raus aus der Kammer des Schreckens zu lesen, jedenfalls für eine spaßige Einlage unter Freunden.

Geleitet und somit gespielt habe ich Die Höhle des Ungezieferkönigs, ein Hellfrost-Abenteuer. Sehr unterhaltsam. Filmperspektiven- Filmanalyse für Schule und Studium ist dagegen für den intellektuellen Bereich. Sehr informativ und schön geschrieben. Mir fehlen da aber Kapitel zum modernen 3D-Kino. Schuldig – Die dunklen Fälle des Harry Dresden 8, ist jetzt was ganz anderes, nämlich Prosa. Und zwar verdammt unterhaltsame Prosa. Ist mein Lesetipp für diesen Artikel!

Für Shadowrun stand dann noch das Konzerndossier an. Richtig schick, wie fast alle Shadowrun-Bücher von Pegasus. Was mich aber wirklich geflasht hat, ist das Marvel Heroic Roleplaying. Ich mag narrative Rollenspiele, weiß aber durchaus, dass ich da in kleiner Gesellschaft unterwegs bin. Und mit Superheldencomics als Thema, da wird die Gesellschaft noch kleiner. Wer das aber mag, muss sich das Buch einfach zulegen. Es ist übrigens ziemlich günstig.

Mit Rippers ist eine weitere Settingübersetzung auf dem Markt. Schwächelt ebenfalls im Lektorat und ich habe es schon mit dem englischsprachigen Buch gespielt. Das Setting selbst macht richtig Laune, die deutsche Überarbeitung knirscht. Und was auffällt ist, dass es einfach an einem urdeutschen Setting mangelt. Hier sollte sich der Verlag Prometheus Games mal was einfallen lassen. Ich stände derzeit zur Verfügung und habe sogar schon einige Konzepte eingereicht.

Den Abschluss der Buchrezensionen macht Das Janus-Elixier – Rettungskreuzer Ikarus Band 8, ein Roman von Irene Salzmann. Sie hat mir einige Exemplare zur Verfügung gestellt, also nutze ich die Gelegenheit auch weidlich aus.

Filme habe ich so einige gesehen und zu manchen eine Rezi verfasst. Den Anfang macht Real Steel, ein durchschnittlicher Film. Kann man sehen, muss man aber nicht.

Spannender war da die Box von The Prisoner – Der Gefangene (Komplette Serie). Also die Serie ist wirklich toll, aber man muss mitdenken. Ziemlich anspruchsvoll, vor allem vom Handwerklichen her. Das gilt auch für Dame, König, As, Spion, der einen ziemlich tollen Stil hat.Ist aber sicherlich kein Film für die breite Masse.

Das sieht bei Marvel’s The Avengers ganz anders aus. Der Film ist wirklich super und ich kann den Streifen jedem ans Herz legen. Super!

Jetzt aber wieder kurz zum Heimkino. Da hatte ich Sea Patrol – Staffel 1 und Sea Patrol – Staffel 2 im Spieler. Ich muss sagen, die Serie gefällt mir richtig gut. Mal was anderes als der US-Brei.

Das gilt auch für Doctor Who – Staffel 5.1 und Doctor Who – Staffel 5.2. der neue Doktor hat zwar die schwächeren Drehbücher, aber trotzdem noch immer gut. Vor allem die Darsteller. Nur an den Geschichten, da muss noch etwas geschraubt werden.

Zurück zum Kino (ach wie sprunghaft ich doch bin) und mal zwei aktuelle Filme unter die Lupe genommen. Von beiden bin ich doch arg enttäuscht und hatte mir mehr erwartet: Prometheus – Dunkle Zeichen und The Dark Knight Rises waren auf keinen Falls das, was hätte sein können oder sogar müssen. Ist eher was für ’nen TV-Abend.

Schlachten von WesterosNightfallKorsaren der KaribikVillen des Wahnsinns

Savage Worlds: Gentlemen\'s Edition RevisedSavage Worlds: Fantasy KompendiumSavage Worlds - Hellfrost SpielerhandbuchHellfrost - Die Höhle des Ungezieferkönigs

FilmperspektivenSchuldigShadowrun - Konzerndossier

Marvel Heroic RoleplayingSavage Worlds - RippersDas Janus-Elixier

Real SteelThe Prisoner - Der GefangeneDame, König, As, SpionMarvel\'s The Avengers

Sea Patrol - Staffel 1Sea Patrol - Staffel 2Doctor Who - Staffel 5.1Doctor Who - Staffel 5.2

PrometheusThe Dark Knight Rises

Von Eltern, Kindern und Piraten

Nach der vorläufigen logischen Abschaffung meines Fernsehgerätes und der Konzentration auf mediale Inhalte via Internet (1), habe ich die Muße gefunden mir die ein oder andere Sendung, und dazu die ein oder andere Meinung, anzuschauen, anzuhören und durchzulesen. Dabei ist mir vor allem das Piratenpartei-Gebashe ins Auge gesprungen. Man kann Piraten nun alles möglich andichten – und das wird auch gerne getan.

Mal ganz von den Fehlern und Unzulänglichkeiten dieser jungen Partei abgesehen, hauen die alten Parteien, die sich gerne „etablierte Parteien“ nennen, ordentlich drauf und bemühen dabei auch erschöpfend ihre Freunde und Verwandten. Dabei ist mir aufgefallen, dass es hier offensichtlich nicht um einen Konflikt der Ideologien gibt. Tatsächlich haben wir einen klassischen Generationenkonflikt, in dem die Piraten nur das umsetzen, was ihnen beigebracht wurde.

Sei stets ehrlich, offen und freundlich zu jedem. Gehe niemals bei rot über die Straße und akzeptiere andere, lerne von ihnen und tu keinem weh, wir sind alle gleich. Das sind im Grunde genommen die Verhaltensregeln, die Eltern ihren Kinder beibringen – und diese Verhaltensregeln selbst gerne auch mal außer acht lassen. Dumm nur wenn die Eltern dabei erwischt werden. Und noch dümmer, wenn die Kinder diese Verhaltensregeln im späteren Leben konsequent umsetzen.

Und genau das ist mit den Piraten passiert. Sie sind die nächste Generation der Politik. Die Alten haben den Jungen das Laufen beigebracht, in diesem Sinne die Möglichkeiten der Demokratie. Blöd, wenn die eigenen Kinder dann in eine unerwünschte Richtung laufen, aus der Familie ausbrechen und sich neue Freunde suchen. Die Alten sitzen dann alleine daheim, es kommen immer weniger Freunde zu Besuch, irgendwann macht dann der letzte das Licht aus. Das macht Angst; und Angst sorgt für Wut.

Die Alten wollen den Nachwuchs dirigieren, denn sie sind ja so erfahren, haben alles schon mal erlebt und wissen, wie es richtig geht. Rücksicht auf andere, bei rot stoppen und niemandem weh tun? Junge, setz‘ die Ellbogen ein und gib Gas, sonst bringst du es zu nichts im Leben! Respekt und Akzeptanz, Mädchen können alles was Jungs können und andersherum. Quatsch! Mädchen, hast du schon einen Freund und wie sieht es mit Enkeln aus?

Das funktioniert leider gar nicht. Die Alten sehen ihre Felle davonschwimmen und haben deswegen beschlossen, sich ihren Kindern anzugleichen und deren Freunden anzubiedern. Die Alten werden zu den coolen Eltern. Internet? Können wir auch. Twitter? Auch im Winter. Facebook? Ich poste meinen Stuhlgang. G+? Plus was? Und wie im echten Leben, solche Eltern sind einfach peinlich. Hipp angezogen, am besten noch im Familylook, dazu mit den Kids auf die Tanzfläche, zeigen wie toll man ist und Ahnung von cooler Mucke hat („Jo, Bro, ich höre AC/DC und Aerosmith.“). Ähm, hm, ja …

Sich mit dem Nachwuchs auseinanderzusetzen, die Meinung der Jungen zu akzeptieren und einfach loszulassen, das fällt den Alten schwer. Ins Grab fahren sie trotzdem irgendwann. Man sollte sich, wenigstens im Guten, an sie erinnern können …

(1) „Gottschalk live“ ist in der ARD-Mediathek zwar noch immer lame, aber trotzdem flotter als mit Werbung und Wetter im Original. Tipp: Die Sendung vom 18. 04. 2012 mit Anke Engelke und Fürstin Gloria von Thurn und Taxis. So kontroverse Gäste und Tommy hat es trotzdem versaut (Thema „Zwangsheirat“).

Das Licht in der Finsternis – Eine Geschichte aus dem Mythos

Das Licht in der Finsternis

Eine Kurzgeschichte
nach Motiven von
H. P. Lovecrafts Cthulhu-Mythos
von
Günther Kurt Lietz

Es war ein lausig kalter Tag. Eigentlich zu kalt, um rauszufahren und einen Cache zu heben. Jenen kleinen Schatz, den andere Geocacher irgendwo versteckt hatten und den es zu suchen galt. Michi war neu in dem Hobby, aber mit Feuereifer bei der Sache. An seinem letzten Urlaubstag wollte er nach einem Cache im Westerwald suchen. Das Ländliche gefiel ihm und er mochte auch die Abgeschiedenheit. Studienkollegen aus der Gegend hatten ihm den Cache als einfach beschrieben.

Die Temperaturen lagen unter dem Gefrierpunkt und Michi war froh, dass es im Auto angenehm warm war. Er fuhr die B414 entlang, setzte den Blinker und bog nach Links ab. „Bad Marienberg“ stand auf dem Schild. Für einen kurzen Halt blieb keine Zeit. Vielleicht auf der Rückfahrt, wenn überhaupt. Das kleine Kurstädtchen sah im Sommer sicherlich reizend aus, aber jetzt wirkte alles frostig und einsam. Einige Minuten später war Michi bereits durch Bad Marienberg durchgefahren. Noch zwei Dörfer lagen auf seiner Route, dann musste er sich in Richtung Stöffelpark halten.

Michi trat plötzlich auf die Bremse, wurde nach vorne geworfen und anschließend in den Sitz gepresst. Vor ihm trollte sich gemütlich eine Katze über die Straße, das Auto ignorierend, als gehöre ihr die Welt. Dumme Katze, dachte Michi und fuhr wieder an. Sein Herz pochte. Beinahe hätte er das Tier überfahren. Der Gedanke setzte ihm zu. Immerhin mochte er Tiere. Besonders Katzen.

Das Navigationssystem leitete ihn noch einige Minuten weiter, dann erreichte Michi einen kleinen Parkplatz. Er stellte das Auto ab, stieg aus und mache erst einmal ein paar Kniebeugen. Die Fahrt war anstrengend gewesen und in den Rücken gegangen. Die zwar kalte, aber dennoch frische Luft tat gut.

Michi nahm seine Sachen vom Rücksitz und zog sich erst einmal Jacke, Mütze und Schal an. Dann nahm er sein GPS-Gerät in die Hand und den kleinen Rucksack auf den Rücken. Schnitzeljagd mittels moderner Annehmlichkeiten – die Gegenwart war einfach schön bequem. Michi lächelte beim Blick auf das GPS. Bis zum Cache war es zwar ein Stück in den Wald hinein, aber dennoch schien der Weg gut gangbar.

Es war still zwischen den Bäumen. Absolute Ruhe. Die Natur schwieg, befand sich regelrecht in einem Kälteschlaf. Nur der Atem von Michi war zu hören, während er sich regelrecht über den gefrorenen Boden arbeitete. Der Weg war anstrengender als angenommen.

Gerade als Michi über einen umgefallenen Baum kletterte, gab das GPS-Gerät einen merkwürdigen hohen Ton von sich. Er zuckte zusammen und sah irritiert auf das GPS. Das Display zitterte und die Anzeigen veränderte sich. Merkwürdige Symbole waren für einen Augenblick zu sehen, dann kehrten die normalen Angaben zurück.

Irritiert sah sich Michi um. War das eine Fehlfunktion des Gerätes? Er schwenkte das GPS in einem weiten Bogen. Sobald er es in eine bestimmte Richtung hielt kam der hohe Ton wieder auf. Diese Störung würde ihn beim Geocachen sicherlich stören. Außerdem nagte die Neugierde an Michi. Er würde nur zu gerne wissen, was für diese Störung verantwortlich war.

Also kletterte Michi zurück über den Baumstamm und wechselte die Richtung. Er würde der Sache auf den Grund gehen. Unterwegs schwenkte er noch mehrmals das Gerät umher. Und stets kam der hohe Ton auf, wenn das GPS in eine bestimmte Richtung wies. Michis Neugierde nahm zu. Sein Herz klopfte heftig vor angenehmer Aufregung.

Und dann war Halt. Stopp. Ende. Michi stand vor einer Felswand, die steil emporragte und den weiteren Weg versperrte. Er sah noch oben und war sauer. Er würde bei dieser Kälte auf keinen Fall versuchen hochzuklettern. Er richtete das GPS nach oben und es gab keinen Mucks von sich. Langsam fuhr Michi mit dem Gerät wieder nach unten und der hohe Ton meldete sich zurück. Und erneut flammten diese unbekannten Symbole auf.

Michi legte das GPS zur Seite und suchte die Wand ab. Hinter einigen Büschen stieß er auf einen dunklen und feuchten Spalt. Hier ging es scheinbar weiter. Michi zog sein Smartphon aus der Tasche und schrieb eine SMS an seinen Studienkollegen: „Hi Yannic. Habe was Merkwürdiges entdeckt. GPS spielt verrückt. Ich gehe der Sache auf den Grund. Fühle mich wie Schliemann. lol“

Das Smartphone wanderte zurück in die Tasche. Michi nahm das GPS wieder zur Hand und zwängte sich in den Spalt hinein. Zuerst glaubte er, doch nur eine Sackgasse gefunden zu haben, dann öffnete sich der Spalt abrupt und Michi stolperte in einen Gang hinein. Vielleicht ein Überbleibsel aus dem Krieg, dachte er. Oder der Gang gehört zu einem alten Steinbruch.

Als Geocacher hatte Michi immer eine Taschenlampe dabei. Der Lichtstrahl fraß sich regelrecht durch die Finsternis. Der Gang führte weiter als gedacht. Vorsichtig tastete sich Michi weiter, immer auf den unebenen Boden achtend und sich an den Wänden abstützend.

Die Felswände waren dunkel, fast so, als würden sie das Licht aufsaugen. Michi beobachtete auch, dass die Taschenlampe flackerte, sobald er sie längere Zeit auf einen Punkt richtete. Ein mulmiges Gefühl breitete sich in seiner Magengegend aus. Am liebsten würde er umdrehen und den Gang wieder verlassen, nach Hause fahren und sich ins Bett legen. Es war eine merkwürdige Art von Angst, die ihn ergriff.

Michi atmete durch, schloss die Augen und zählte innerlich bin Zehn. Er musste rational an die Sache herangehen. Was konnte ihn hier schon erwarten? Vielleicht ein Fuchs oder ein Hase? Michi öffnete die Augen und ging entschlossen weiter. Ein dunkler Gang würde ihm keine Angst einjagen.

Noch immer gab das GPS diesen hohen Ton von sich, wenn Michi es nach vorne ausrichtete. Es war, als würde es einem Leitstrahl folgen. Da änderte sich der Ton in ein lautes Summen, einem Schwarm Bienen gleich. Nur um einiges bedrohlicher. Michi stoppte augenblicklich und sah auf das GPS. Die Anzeige veränderte sich und in schnellem Tempo rasten wieder diese fremdartigen Symbole über das Anzeigenfeld.

Michi schüttelte das Gerät und mit einem Mal war es still. Die Anzeige erlosch. Das Gerät war aus oder gar kaputt. Michi versuchte es neu einzuschalten, aber sein Versuch war vergebens. Er steckte das Gerät weg. Mit der Taschenlampe strahlte er weiter in den Gang hinein, über den Boden, die Decke und die Wände. Und irgendetwas war da. An den Felsen. Eine Reflexion?

Langsam tastete Michi mit dem Lichtstrahl die Felswand ab. Tatsächlich. Diese fremdartigen Symbole waren auch auf den Felsen. Je länger er sie mit seiner Taschenlampe anstrahlte, um so heller wurden die Symbole – und um so dunkler wurde der Lichtstrahl. Die Sache war ihm unheimlich, viel zu unheimlich. Und dann erfüllte ein schriller, wogender Ton den Gang, eine schaurige Disharmonie in schmerzenden Wellen! Michi riss die Hände hoch und presste sich die Fäuste auf die Ohren. Der Ton schmerzte ihn. Und dann war mit einem Male Stille!

Michi drehte sich zum Ausgang um. Er wollte nur noch weg. Sein Herz klopfte ihm bis zum Hals und Schweiß stand ihm auf der Stirn. Das Licht der Taschenlampe wurde wieder heller und in ihrem Schein entdeckte Michi die nächste Schaurigkeit: Von der Decke des Gangs troff eine schleimige Flüssigkeit zu Boden, sammelte sich dort und nahm Form an. Sie lief nicht auseinander, wie Wasser es täte, sondern wuchs in die Höhe. Und je länger Michi mit panischem Blick das Licht der Taschenlampe auf den Schleim hielt, um so schwächer wurde das Licht. Er zitterte am ganzen Körper, doch er war unfähig sich zu bewegen oder gar wegzurennen.

Das schwache Restlicht flackerte ein letztes Mal, dann ging die Taschenlampe aus. Es gab nur noch Finsternis.

ENDE

Copyright © 2012 by Günther Lietz

Mein privater Blog mit Gedanken und Texten