Taysals WebBlog

Archiv für April, 2010

Jäger versus Mensch

Erstellt von Taysal am 19. April 2010

Jäger versus Mensch

Kurzgeschichte von
Günther Kurt Lietz

Die schweren Tritte seines TAIPAN-Kampfanzugs hallten in der Leere des Raums wieder. Anrototh Mwabashi war sich des Lärms bewusst und setzte ihn als Lockmittel ein. In den Händen des hochgewachsenen und gut aussehenden Mannes ruhte eine ausgefahrene MAMBA-Sturmlanze. Sie maß in der Länge ebensoviel wie Mwbashi in der Höhe. Ihre Spitze war verdickt und pulsierte in einem sanften Orange.

Die Sensoren des TAIPAN meldeten den Angreifer und Mwbashi reagierte. Der Mensch ließ sich in einer eleganten Drehung in die Hocke herab. Auf dem Schirm seines Helms kam das Wärmebild einer vierarmigen Kreatur in Sicht, das Maul des eiförmigen Kopfes zum Biss weit aufgerissen. Vom Kampfanzug unterstützt glitt die MAMBA nach oben und die drei roten Punkte ihrer Zielerfassung vereinten sich im Zentrum des Feindes. Mwbashi drückte ab!

Aus der Spitze der Kampflanze löste sich ein Energieblitz und erhellte kurz die düstere und verlassene Brücke des Raumfrachters ORIONS STURZ. Das außerirdische Wesen wurde im Körperzentrum getroffen und nach hinten geschleudert. Es krachte gegen die Rückwand und fiel schwer zu Boden. Mit einem letzten Aufbegehren versuchte es sich erheben, seinem Fluchtinstinkt nachzugeben, scheiterte jedoch kläglich. Heißer, ätzender Dampf stieg von der Kreatur auf.

Mwbashi ging an das Wesen heran und trat gegen den verendenden Körper. In der gepanzerten Haut der Kreatur bildeten sich breite und tiefe Risse. Unter normalen Umständen würde stark ätzendes, säureartige Blut aus den Wunden rinnen und sich durch den Metallboden fressen. Doch der Energiestoß der MAMBA hatte die Zellstruktur verändert. Das Blut war geronnen und zu dicken Klumpen verkommen. Das Wesen starb von Innen heraus, ohne Möglichkeit einer Gegenwehr. Schmerzen und Hoffnungslosigkeit ließen die Kreatur ein letztes Mal erzittern.

“Friss meine Hosen!” Mwbashi hantierte an der MAMBA und glich den Energievorrat der Kampflanze mit dem TAIPAN ab. Der Soldat fluchte leise und schlug mit der flachen Hand gegen das Ende der Waffe. Dann ging er weiter ins Schiff hinein.

Die ORIONS STURZ war bei ihrem Eintritt ins Sonnensystem entdeckt worden. Sie sendete zwar ein Standardprotokoll, aber es gab keine Reaktionen auf Anfragen der Flugsicherheit. Die Mondstation hatte daraufhin einen Notfallkode übermittelt und das Programm des Navigatonscomputers überschrieben. Anschließend wurde Mwbashi losgeschickt, um nach dem Rechten zu sehen.

Der Soldat war für solche Fälle ausgebildet. Er gehörte zu einer Spezialeinheit aus Wales, die sich außerirdische Technologien zueigen machte. Die Sicherheit Englands, der Erde und des Sonnensystems standen stets auf dem Spiel, wenn er oder einer seiner Kollegen angefordert wurden. So auch in diesem Fall.

An Bord der ORIONS STURZ herrschte Totenstille. Das Raumschiff hatte vier Besatzungsmitglieder, die nun allesamt tot waren. Die Außerirdischen missbrauchten die Körper der Menschen als Wirte. Das war ihre Natur – und dafür mussten sie vernichtet werden. Die Kreaturen kannten weder Mitleid noch Gnade. Sie spürten keine Freude am Töten. Sie waren einzig und alleine aufs Überleben aus. Ihre Körper passten sich innerhalb einer Generation an neue Umweltbedingungen an. Evolution im Zeitraffer.

Mwbashi mochte die Außerirdischen. Obwohl sie tödlich waren und den Menschen in jeglicher Hinsicht überlegen, waren es ehrliche Gegner. Sie ließen keine Fragen offen, suchten kein klärendes Gespräch und Hinterhältigkeit war ihnen nur im Sinne eines Sprungs in den Rücken bekannt. Das war ein ehrlicher Umgang miteinander. Du oder ich!

* * *

Über den Sichtschirm von Cazador liefen unzählige Sensormeldungen und wurden stetig angepasst. Der Jäger hatte seinen Kampfanzug magnetisiert und hing über dem Menschen an der Decke. Das Tarnfeld war aktiviert und so konnte er in Ruhe den Mann beobachten. Cazador zollte ihm Respekt, denn immerhin hatte er nun bereits den dritten Säurespucker ausgeschaltet. Dieser Mensch war vielleicht die perfekte Beute und würde eine hervorragende Trophäe abgeben.

Lautlos und im Schutz des Tarnfelds folgte Cazador dem Mann. Dem Jäger war aufgefallen, dass der Kampfanzug des Menschen zu viel Energie verschlang und somit die Effektivität der Kampflanze mit jedem Schuss reduzierte. Da! Das dritte Jungtier war nun ebenfalls vernichtet. Das würde dem Mutterwesen missfallen. Laut Cazadors Sensoren bewegte es sich bereits auf ihre Position zu. Es würde ein spannender Kampf werden und der Sieger zur Beute des Jägers. Es war eine gute Idee, das Schiff der Menschen mit einem Säurespucker zu infizieren. Die natürliche Auslese würde zeigen, was für eine Trophäe er in die Halle der Jäger bringen würde.

Der große Säurespucker brach nun durch das Schott und sprang auf den Menschen zu. Der hantierte an der Energiezufuhr seiner Kampflanze und wich im letzten Augenblick dem Zungenstoß des Spuckers aus. Eine beachtliche Reaktion, erkannte Cazador an. Das war jedoch weitgehend der Verdienst des Kampfanzugs, den die Menschen gestohlen hatten. Sie waren in ihrer Entwicklung zu primitiv für solche Technlogien.

Nein, die von dem Menschen eingesetzte Technik war außerirdischen Ursprungs und von Cazadors Volk entwickelt worden. Einst auf den Krieg und dann auf die Jagd optimiert, war sie jeglicher menschlichen Technologie weit überlegen. Doch einer der Jäger war selbst zur Beute geworden. Er war auf der Erde zu leichtfertig auf die Jagd gegangen, hatte Fehler gemacht. Und die Technologie einer außerirdischen Rasse war in die Hände eines Planeten voller Affen gefallen.

Cazador unterdrückte einen anerkennenden Ruf, als sich der Mensch zur Seite rollte, somit den Klauen des Außerirdischen entging, seine Kampflanze in den Mund der Bestie rammte und abdrückte. Der Kopf der Kreatur platzte weg und es regnete im ganzen Raum dickliche Säurebrocken. Der Jäger war erfreut, seine Beute stand fest.

* * *

Anrototh Mwabashi atmete erleichtert auf. Bis jetzt war alles nach Plan verlaufen. Zugegeben, die Idee den Kopf seines Feines platzen zu lassen, die war verwegen. Aber der Effekt war einfach unschlagbar. “Mwabashi an Captain, alle Außerirdischen erledigt.”

“Alle?” Die Stimme von der Erde klang leicht amüsiert.

Der Soldat sah zur Decke auf und gab mit der MAMBA einen Schuss in die Luft ab. Das Tarnfeld des Jägers kollabierte und der Außerirdische wurde sichtbar. Die Magnetisierung des Anzugs brach zusammen und er stürzte nach unten. Das Visier seines Helms zerbarst dabei. Ein leises, ungläubiges Zischen war zu hören.

“Alle. Ich habe auch den Jäger erledigt. Hing genau über mir und hat bis zum Schluss gewartet, anstatt mich im richtigen Augenblick zu erledigen. Ich musste nur genug Blut spritzen lassen und gucken, wo es in der Luft kleben blieb.”

Ein anerkennendes Lachen erfüllte den Helm des TAIPAN. “In den guten alten Zeiten haben wir noch Mehl oder Wasser benutzt. Komm nach Hause, Anrototh. Die Weihnachtsfeier beginnt gleich.”

Mwabashi schaltete die Kommunikation ab und trat gegen den sterbenden Körper des Jägers. “Friss meine Hosen!”

Ende

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Der März im Jahre ‘74

Erstellt von Taysal am 19. April 2010

Bei der Bürgerschaftswahl in Hamburg verliert die SPD die absolute Mehrheit. Es wird eine Einigung über die Einrichtung ständiger Vertretungen in Bonn und Ostberlin erzielt. Der stellvertretende Außenminister der DDR, Kurt Nier, und der bundesdeutsche Staatssekretär Günter Gaus unterzeichnen in Bonn das Protokoll über die diese Errichtung „Ständiger Vertretungen“. Bundespräsident Gustav Heinemann ist auf dreitägigem Staatsbesuch in Belgien und - besonders wichtig - der Bundestag beschließt, das Alter für Volljährigkeit von 21 auf 18 zu senken und beschließt ebenfalls die Rücktrittsmöglichkeit vom Teilzahlungskauf.
Quelle: Wikipedia.de

Volljährigkeit erst mit einundzwanzig Jahren - das vermag sich heute kaum einer vorzustellen. Bei einigen Menschen wünsche ich mir die guten alten Zeiten aber schon zurück; obwohl, wer keine Lust darauf hat erwachsen zu werden, der bleibt ewig kindisch. Stellt sich die Frage: Ist es überhaupt verwerflich ewig Kind zu bleiben? Wie würde ein Mensch leben, der sich diesen Traum auf die Fahne schreibt? Michael Jackson ist da sicherlich ein abschreckendes Beispiel.

Aber jetzt kommen wir zu zu aktuelleren Themen, die von einem passenden Oldie begleitet werden: Suzi Quatro - Devil Gate Drive. Einfach anklicken und genießen …

Bei den aktuellen Besprechungen machen die Spiele den Anfang. Sehr witzig ist Mystery Rummy 2: Edgar Allan Poe – Mord in der Rue Morgue aus dem Hause Pegasus. Es handelt sich dabei um ein Kartenspiel, in dem die Spieler einen Mord aufklären. Die Regeln basieren auf Rommé und die im Spiel erzählte Geschichte stammt aus der Feder von Edgar Allan Poe. Das Spiel sieht edel aus und macht Spaß, aber die Anleitung ist ein wenig schwer zu verstehen. Also für Leute, die sich gerne einarbeiten. Witziger, aber ebenfalls mit einem gutem Studium der Anleitung verbunden, ist Munchkin Quest. Das Spiel ist ein Hybrid aus Hero-Quest und den Munchkin-Kartenspielen. Sehr witzig für Leute, die solch lange und chaotischen Spiele mögen. In der richtigen Runde ein Knaller für lange Abende.

Bei den Hörspielen gibt es die Fortsetzung der Mark Brandis Reihe und zwar mit der Doppelfolge Mark Brandis - Vorstoss zum Uranus 1 und Mark Brandis - Vorstoss zum Uranus 2. Die guten Stücke stammen aus dem Hause Folgenreich (also Universal Music) und sind sehr hochwertig produziert. Es handelt sich dabei in erster Linie um Charakterstudien. Action gibt es zwar auch, aber im Mittelpunkt stehen die Personen. Das Besondere an “Vorstoss zum Uranus” (der Titel eignet sich gut für Kalauer und billige Wortspiele) ist die Tatsache, dass jede Episode die Handlung aus einer anderen Perspektive zeigt. Das ist sehr gut gemacht. Top!

Aus dem Hause Panini hat leider nur ein Comic den Weg über meinen Schreibtisch gefunden: Die Legenden der Drachenlanze 1 - Die Brüder. Für Fans natürlich ein Pflichtkauf, aber in Wahrheit ist das Ding eher mittelmäßig geworden. Und das bei der genialen Romanvorlage. Well, shit happens …!

Überzeugender war dagegen RunePunk - Steam & Shadow, ein Rollenspielbuch aus dem Hause Reality Blurs. Es handelt sich um ein Setting zu Savage Worlds, das ich mir als PDF zugelegt habe. Mir fehlt leider die Zeit zum Bespielen des Settings, aber ich bin von dem Thema ganz angetan. Das ist auch bei Necropolis 2350 der Fall. Es handelt sich hier um den ersten deutschsprachigen Kampagnenhintergrund zu Savage Worlds. Übersetzung und Vertrieb liegen bei Prometheus Games. Bei denen war es die letzten Monate ziemlich still, doch zur RPC (Role Playing Convention) hat der Verlag neue Grundregelwerke auf den Markt gebracht und auch mal einige Neuheiten zu Savage Worlds. Hoffentlich geht es hier bald weiter.

Für die kleinen Mädchen gibt es ebenfalls etwas zum Lesen. Derzeit ist die Reihe Bella Sara schwer am kommen und überflutet cbj den deutschen Markt mit entsprechendem Lesefutter, Kalendern und anderem Kram. Dazu gehört der Roman Bella Sara 01 - Bellas Geschenk. Für Kinder genau das Richtige, vor allem falls sie Pferde und Magie mögen.

Ebenfalls witzig und für Kinder gut geeignet ist Skunk Fu! - Vol. 3. Die Serie ist aus dem TV bekannt und erzählt die Geschichten eines kleinen Stinktiers, das Kung-Fu lernt und gegen Ninja-Monkeys kämpft. Das ganze im Stil einer Flashanimation. Ebenfalls ein Trickfilm, steigt auch El Superbeasto in den Ring. Sunfilm bringt den Rob-Zombie-Streifen für Deutschland heraus. Der Film ist ab sechzehn Jahren freigegeben und diese Altersempfehlung sollte unbedingt beachtet werden. Der Streifen ist schmutzig, brutal, blutig und geil - also nur was für Leute mit dem passenden Geschmack. Aber die bekommen es dann richtig besorgt.

Für Erwachsene mit gehobenem Anspruch oder breit gefächerten Interessen - die Untertitel mögen - ist Das Opferlamm aus dem Hause Icestorm genau richtig. Die Geschichte spielt in Argentinien und ist ganz schön harter Tobak. Politisch und menschlich hochbrisant! Ebenfalls Lateinamerikanisch kommt Las Bandidas daher (ebenfalls Sunfilm). Trotz seiner Längen weiß der Film zu unterhalten, aber das Cover ist eine Mogelpackung: “Drei Engel für Charlie trifft auf Tarantino” - was für ein Unsinn!

Was bleibt zum Abschluss noch zu sagen: Es wird wärmer und somit ist die Zeit reif zum Grillen. Mahlzeit …!

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